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FAQ

Ich habe eine verletzte Taube gefunden, was nun?

Hier gehts zum Notfall-Leitfaden!

Seit dem 1. Februar 2025 dürfen Tierärzte und Tierärztinnen in der Schweiz auch Wildtiere ohne Bewilligung behandeln, sofern sie anschliessend einer Pflegestation übergeben, am Fundort wieder freigelassen oder euthanasiert werden. Es gilt also: So schnell wie möglich Sicherung/Transport und Pflegestelle organisieren.

Wir vom Verein Stadttauben Schweiz sind keine Tierrettungsorganisation und können daher auch nicht ausrücken.

Für telefonische Beratung erreichst du den Tierrettungsdienst.ch unter Tel. 0800 211 222, die Kleintierrettung.ch unter Tel. 078 638 55 11 und den VTAD.ch unter Tel. 044 565 65 65.

Ich habe ein Nest auf dem Balkon, was nun?

In betreuten Taubenschlägen wird der Nachwuchs durch Eiertausch verhindert: Sobald beide Eier gelegt wurden, können sie innerhalb der ersten 7 Tage mit Attrappen ersetzt werden (bis dann ist der Embryo nicht empfindungsfähig). Die Kunsteier bleiben anschliessend so lange im Nest, bis die Tauben das Brüten von selbst aufgeben.

Mehr Informationen zum Eiertausch

Woher kommen Stadttauben?

Fachpersonen sind sich einig: Die heutigen Stadttauben sind wildlebende Nachkom­men ehemaliger Haus- und Brieftauben. Dies liegt nahe, zumal die Stadttaube (Columba livia var. urbanica) eindeutig von der Felsentaube abstammt – und die Felsentaube die Stamm­form aller heutigen Haustauben ist.

Die Stadttaube gehört also zur gleichen Art wie Zier-, Brief- und Hochzeitstauben – ist jedoch keine Wildtaubenart.

Was fressen Stadttauben?

Stadttauben sind wie ihre Vorfahren, die Haustauben, natürliche Körnerfresser. In Städten ohne betreute Taubenschläge finden sie jedoch kaum natürliche Nahrung dieser Art. Aufgrund ihrer angezüchteten Standorttreue können sie die Städte kaum verlassen. Dies führt dazu, dass sie sich grösstenteils unfreiwillig von menschlichen Abfällen ernähren.

In betreuten Schlägen wird hingegen artgerecht gefüttert; dort erhalten die Tiere meist Fertige Futtermischungen mit einer Vielzahl von Saaten; z. B. Mais, Weizen, Gerste oder Hirse. Neben ca. 35g Futter pro Tag/Taube sollte stets frisches Wasser und Muschelgrit zur Verfügung stehen.

Wieso betreute Taubenschläge?

Seit Jahrzehnten versuchen Schweizer Städte, die Stadttaubenpopulationen zu regulieren. Dabei kommen vor allem Fütterungsverbote, Tötungen oder Vergrämungsmassnahmen wie Spikes oder Netze zum Einsatz. Diese Massnahmen sind jedoch wenig nachhaltig: Fütterungsverbote werden häufig umgangen, Vergrämung verlagert das Problem nur an andere Orte – und Tötungen sind durch das ständige Brüten schnell wieder ausgeglichen.

Wir setzen uns für einen nachhaltigen Wandel im Umgang mit Stadttauben ein: weg von kurzfristigen Massnahmen – hin zur bewährten Lösung in Form von betreuten Taubenschlägen nach dem Augsburger Modell. Gesamtkonzept lesen.

Wieso werden Stadttauben als «Haustauben» bezeichnet?

Tatsächlich war die Felsentaube (Columba livia) eines der ersten Haustiere; bereits vor rund 6’000 Jahren wurde sie im Gebiet des heutigen Ägypten und Mesopotamien gezüchtet. Ur­sprünglich diente sie vor allem als Quelle für Fleisch und Eier, zusätzlich wurde ihr nähr­stoffreicher Kot als Dünger verwendet. Im Lauf der Jahrhunderte kamen weitere Nutzungs­formen hinzu – insbesondere der Einsatz als Botentiere – und die Haustauben­zucht verbrei­tete sich über weite Teile der Welt, einschliesslich Europa.

Mit der Industrialisierung der Landwirtschaft im 19. und 20. Jahrhundert und der zuneh­menden Massentierhaltung, insbesondere von Hühnern, verlor die Taubenzucht an wirt­schaftlicher Bedeutung. In der Folge wurden zahlreiche Haus- und Nutztauben ausgesetzt oder sich selbst überlassen. Es liegt nahe, dass sich diese über Jahrtausende gezüchteten Tiere in den Städten ansiedelten und dort die ersten Stadttaubenpopulationen bildeten.

Wieso sind Stadttauben keine Wildtiere?

Auch wenn Stadttauben wild leben, sind sie genetisch gesehen immer noch die Haustauben, die wir einst auf Basis der Felsentaube gezüchtet haben. Sie paaren sich nicht mit den hier heimischen Wildtauben, weshalb sie sich auch nie zu einer Wildform zurückentwickelt haben. So bleiben die Nachkommen der Felsentaube genetisch und verhaltensbiologisch grösstenteils domestiziert, also «Haustiere».

Diverse Studien und DNA-Analysen bestätigen die enge Verwandtschaft von Stadttauben zu Haus- und Brieftauben [siehe «Studien zur Domestizierung der Stadttauben» im Anhang]. Auf diesen Hintergrund sind verschiedene Verhaltensmerkmale zurückzuführen; sie bilden die Hauptursache des heutigen Stadt­taubenproblems, da sie die Tiere stark vom Menschen abhängig machen.

Was hat die Zucht mit den Stadttauben gemacht?

Durch die Domestikation verfügen Stadttauben über bestimmte, genetisch bedingte Eigen­schaften, die an die Bedürfnisse des Menschen angepasst sind – ein Leben in freier Wildbahn jedoch erheblich erschweren. Dazu gehören:

  • Ausgeprägte Standorttreue / feste Bindung an Städte und Quartiere
  • Brutplätze an Gebäuden statt in Bäumen (Felsentauben = Höhlenbrüter)
  • Ganzjährige Brutaktivität, unabhängig von Jahreszeit und Nahrungsangebot
  • Verlust ursprünglicher Nesthygiene
  • Wiederholte Nutzung desselben Nistplatzes über Jahre
  • Geringes Aggressions- und Territorialverhalten
Wieso geht es den Stadttauben so schlecht?

Das liegt in erster Linie an den oben aufgeführten, zuchtbedingten Verhaltensweisen, die sie von Wildtieren unterscheiden und vom Menschen abhängig machen.

Zum Beispiel führt die ausgeprägte Standorttreue indirekt zu einer dauerhaften Mangel- und Fehlernährung: Stadttauben verlassen die Städte kaum und finden dort als natürliche Körner­fresser kein artgerechtes Futter. Ohne Fütterung sind sie gezwungen, sich von menschlichen Abfällen zu ernähren, was ihrer Gesundheit erheblich schadet und sich auch im soge­nann­ten «Hungerkot» zeigt: einem flüssigen, weisslichen Kot, der bei Stadttauben weit ver­breitet ist und fälschlicherweise als normal gilt. Zudem führt der Brutzwang dazu, dass Stadttauben unter nahezu allen Umständen brüten – selbst wenn Nahrung knapp ist oder die Bedingun­gen das Aufziehen von Jungtieren eigentlich verhindern.

Wieso haben Stadttauben so oft verschnürte Füsschen?

Durch den ständigen Hunger sind Stadttauben gezwungen, sich zur Nahrungssuche dau­er­haft am Boden aufzuhalten, was sie zahlreichen Gefahren aussetzt. Dazu auch Verschnürungen durch Fäden, fadenartige Abfälle und menschliche Haare, was meist zu schmerzhaften Entzündungen und nicht selten bis zum Verlust von Glied­massen führt.

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Hilfreiche Adressen

(2) Tierrettungsdienste, die u.U. beim Transport von Stadttauben helfen können:

(2) Wildvogelpflegestellen, die u.U. Stadttauben aufnehmen: