Das Augsburger Stadttaubenkonzept
Siehe auch «Betreute Taubenschläge»
Das Augsburger Stadttaubenkonzept hat sich als effizientes und tierschutzgerechtes Modell zur Regulierung von Stadttaubenpopulationen bewährt. Durch den Austausch gelegter Eier gegen Attrappen wird die Population auf natürliche Weise gesteuert, was Krankheiten sowie Verschmutzungen durch Taubenkot deutlich reduziert. Die Schläge werden gezielt dort eingerichtet, wo Tauben bereits brüten, während wilde Brutplätze verschlossen werden, um die Nutzung der Schläge zu fördern. Artgerechte Fütterung, regelmässige Reinigung und medizinische Betreuung sichern das Wohl der Tiere. Gleichzeitig wird die Bevölkerung durch Aufklärung und, wenn nötig, Fütterungsverbote einbezogen.
Mit betreuten Taubenschlägen leisten Städte, Gemeinden, Unternehmen und Private nicht nur einen wirksamen Beitrag zur Lösung der Taubenproblematik, sondern übernehmen auch eine wegweisende Vorreiterrolle.
Wichtige und aufschlussreiche Informationen liefern folgende Dokumente
- Kann das Stadttaubenproblem mit Hilfe von Fütterungsverboten wirksam und tierschutzgerecht gelöst werden?
- Einrichtung von kontrollierten Fütterungsplätzen für Stadttauben
- Füttern im Taubenschlag
Mit freundlicher Genehmigung von Rudolf Reichert, verstorben 2020
Basler oder Ausgburger Modell?
Basler oder Augsburger Modell?
Das Basler Modell entstand Ende der 1980er-Jahre als gemeinsames Forschungs- und Praxisprojekt der Universität Basel, des Tierschutzes beider Basel und städtischer Behörden unter der Leitung von Prof. Daniel Haag-Wackernagel. Ziel des Projekts war es, die Ursachen grosser Stadttaubenbestände wissenschaftlich zu untersuchen und neue Formen des Taubenmanagements zu erproben.
Ab 1988 wurden unter anderem betreute Taubenschläge eingerichtet, die der Beobachtung der Taubenpopulation und dem kontrollierten Austausch von Eiern dienten. Gleichzeitig wurde eine öffentliche Informationskampagne zur Rolle der Fütterung als Faktor für das Populationswachstum durchgeführt. Da in den Basler Taubenschlägen bewusst auf artgerechte Fütterung verzichtet wurde und die Bestände zurückgingen, wurde daraus ein Zusammenhang zwischen Fütterungsverhalten und Populationsentwicklung abgeleitet – welcher bis heute zitiert wird.
Zum Basler Vorgehen gehörten jedoch auch Bestandsreduktionen durch Tötungen. Dies wird heute kritisch bewertet und wirft Fragen zur Übertragbarkeit und zum Erfolg des Modells auf. Nach Angaben von Haag-Wackernagel wurden zwischen 1988 und 1992 in Basel mehr als 8000 Tauben getötet.
Eine wichtige Einordnung dieser historischen Entwicklung bietet die Dokumentation der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht e. V.:
Weiterentwicklung des Karlsruher Stadttaubenkonzepts « Basler Modell » oder « Augsburger Aktion »?

