Stadttaubenmanagement
Betreute Taubenschläge
Ob an öffentlichen Plätzen, Bahnhöfen oder Gebäudefassaden – Stadttauben lassen sich dort nieder, wo sie Nahrung und Nistmöglichkeiten finden. Übliche Abwehrmassnahmen wie Vergrämung oder Tötung mögen Verschmutzungen oder andere Schäden kurzfristig reduzieren, stellen jedoch keine nachhaltige Lösung dar. Deshalb setzen wir uns für eine Alternativen ein, die sowohl den Menschen als auch den Tieren zugutekommt: Betreute Tabenschläge nach dem Augsburger Modell.
Unser Gesamtkonzept können Sie hier lesen:
PDF: Betreute Taubenschläge : Grundlagen für ein effizientes und tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement in der Schweiz

Stadttauben in der Schweiz
«Seit Jahrzehnten versucht man in Schweizer Städten, die Populationen der Stadttauben zu reduzieren. Am häufigsten eingesetzt: Fütterungsverbote, oft gepaart mit architektonischen Vergrämungsmassnahmen wie Spikes und Netzen und/oder das regelmässige Entfernen der Nester. Doch all diese Methoden greifen zu kurz:
- Fütterungsverbote sind in der Praxis kaum wirksam, da viele Menschen diese ignorieren und die Tauben weiterhin füttern.
- Vergrämung sorgt bestenfalls dafür, dass sich das Problem von einem Gebäude auf ein anderes verlagert.
- Beseitigung der Nester schafft nur kurzfristig Entlastung, denn oft resultiert daraus eine erhöhte Aktivität beim Brüten.
Das Ergebnis all dieser Bemühungen ist ein unbefriedigender Status quo: Taubenschwärme auf öffentlichen Plätzen, Schäden an den Fassaden und kranke Tiere prägen vielerorts das Bild. Der Handlungsdruck ist entsprechend hoch – und doch fehlt es an einer konsequenten, langfristigen Strategie, die sowohl dem Tierwohl als auch den Bedürfnissen der Anwohner gerecht wird.»
(Zitat Dr. Harald Stefan)
Das Augsburger Modell: Ein Klassiker mit messbarem Erfolg
«Ein Blick über die Grenze zeigt, dass es auch anders geht: In der bayerischen Stadt Augsburg hat man vor rund 20 Jahren ein Konzept eingeführt, das heute als Augsburger Modell bekannt ist. Der Kern: Betreute Taubenhäuser, in denen die Tiere gezielt gefüttert und versorgt werden. Dort legen sie ihre Eier ab, die sich so auf einfache Weise gegen Attrappen austauschen lassen.
Der Erfolg dieser Vorgehensweise ist empirisch belegt:
- Innerhalb weniger Jahre hat sich die Taubenpopulation sichtbar reduziert.
- Die Verschmutzungen an Gebäuden nahmen deutlich ab.
- Durch die kontrollierte Fütterung und medizinische Versorgung ist die Gesundheit der Vögel wesentlich besser geworden.
Wichtig ist dabei die kontinuierliche Betreuung durch Tierschutzorganisationen, die Stadtverwaltung und ehrenamtliche Helfer. Das Augsburger Modell lebt nicht nur von der Errichtung der Taubenhäuser allein, sondern von der täglichen Pflege, Kontrolle und Dokumentation und dem ständigen Einsatz aller Beteiligten.
Inzwischen hat man das Augsburger Modell in zahlreichen anderen deutschen Städten übernommen. Es gilt als Musterbeispiel für eine Lösung, die sowohl tiergerecht als auch stadtverträglich ist.»
(Zitat Dr. Harald Stefan)
Erfahrungen aus der Praxis
Wenn das Augsburger Modell konsequent umgesetzt wird, stellen sich schnell Erfolge ein. Dies bestätigen bundesweite Umfragen der Arbeitsgruppe Stadttauben (Menschen für Tierrechte) in Deutschland. Bereits 2007 wurden 35 Städte in 8 Bundesländern befragt, darunter Kommunen von 20’000 bis 60’000 Einwohnern. Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv: Behörden wie Tierschutzvereine begrüssen das Konzept ohne Ausnahme und viele Kommunen berichten von spürbar weniger Bürgerbeschwerden. [Quelle]
«Der Tierschutzbeirat Niedersachsen hat klare Empfehlungen¹ entwickelt (das ganze PDF finden Sie unten im Beitrag), wie Kommunen und Vereine die Bestände tierschutzgerecht regulieren können. (–)
Seit 1998 wurden die Empfehlungen in vielen Städten umgesetzt – mit Erfolg:
- Schon wenn 1 % der Taubenpopulation an Schläge gebunden wird, sinken Beschwerden spürbar³.
- Die Kosten sind überschaubar: im Schnitt ca. 0,10 € pro Einwohner und Jahr⁴.
- Kommunen berichten von gesünderen Tieren, weniger Kot im Stadtbild und deutlich weniger Bürgerbeschwerden.
Die Empfehlungen¹ laufen auf eine klare Botschaft hinaus: Ohne betreute Taubenschläge («Taubenlofts») geht es nicht.
Ein modernes Taubenloft vereint alle zentralen Elemente:
- kontrollierte Fütterung,
- sichere Brutplätze,
- Gesundheitskontrolle der Tiere,
- nachhaltige Bestandsregulierung durch Eiertausch.
Damit wird Tierschutz und Stadtsauberkeit gleichermassen erreicht.»
(Zitate von Taubenloft.de)
- ¹ Tierschutzbeirat Niedersachsen (2019): Empfehlungen zur tierschutzgerechten Bestandskontrolle der Stadttaubenpopulation, S. 3–4.
- ² Ebd., S. 10.
- ³ Ebd., S. 18.
- ⁴ Ebd., S. 19.
Fazit
Das Augsburger Stadttaubenkonzept hat sich als effizientes und tierschutzgerechtes Modell zur Regulierung von Stadttaubenpopulationen bewährt. Durch den Austausch gelegter Eier gegen Attrappen wird die Population auf natürliche Weise gesteuert, was Krankheiten sowie Verschmutzungen durch Taubenkot deutlich reduziert. Die Schläge werden gezielt dort eingerichtet, wo Tauben bereits brüten, während wilde Brutplätze verschlossen werden, um die Nutzung der Schläge zu fördern. Artgerechte Fütterung, regelmässige Reinigung und medizinische Betreuung sichern das Wohl der Tiere. Gleichzeitig wird die Bevölkerung durch Aufklärung und, wenn nötig, Fütterungsverbote einbezogen.
Mit betreuten Taubenschlägen leisten Städte, Gemeinden, Unternehmen und Private nicht nur einen wirksamen Beitrag zur Lösung der Taubenproblematik, sondern übernehmen auch eine wegweisende Vorreiterrolle.
«Die Diskussion um Stadttauben muss weg von Abwehr und Symptombekämpfung – hin zu nachhaltigen, tierschutzgerechten Lösungen. Der Tierschutzrat hat den Weg aufgezeigt, die Praxis bestätigt es: Betreute Taubenhäuser sind der Schlüssel.»
Unser Gesamtkonzept können Sie hier lesen:
PDF: Betreute Taubenschläge : Grundlagen für ein effizientes und tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement in der Schweiz


